- Baden-Württemberg: Solarpflicht seit 2023
Bei einer grundlegenden Dachsanierung müssen geeignete Dachflächen mit Photovoltaik belegt werden; alternativ ist teils Solarthermie möglich.
Solarpflicht und EEG: Was gilt für Photovoltaik-Anlagen in Deutschland?
Stand: 2025/2026 · Thema: Photovoltaik, Dachsanierung, Neubau, Solarpflicht
Wer mit einer Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) eigenen Solarstrom erzeugt, muss die Vorgaben des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beachten. Zusätzlich regeln die Bundesländer, wann eine Solarpflicht gilt – vor allem bei Neubauten und Dachsanierungen.
Hinweis: Gesetzeslagen können sich ändern. Prüfe im Zweifel die aktuellen Vorgaben deiner Kommune oder Landesbehörde.
Solarpflicht nach Bundesländern im Überblick
Die Solarpflicht ist in Deutschland nicht einheitlich. Jedes Bundesland legt eigene Regeln fest: Manche schreiben PV bei Dachsanierungen oder Neubauten vor, andere haben (noch) keine Pflicht oder nur Sonderregeln, etwa für Parkplätze oder öffentliche Gebäude.
- Bayern: Regelung seit 01.01.2025 (Neubau & Dachsanierung)
Mindestens ein Drittel der geeigneten Dachfläche soll mit Photovoltaik belegt werden. Ausnahmen: z. B. kleine Dachflächen bis 50 m² sowie Flächen für Belichtung/Lüftung.
Wichtig: In Bayern gilt dies als Soll-Vorschrift (Empfehlung), nicht als strikte Pflicht.
- Berlin: Solarpflicht seit 2023
Bei Dachsanierung oder Dachaufstockung müssen mindestens 30 % der Dachfläche für eine PV-Anlage genutzt werden.
- Brandenburg: Solarpflicht seit Juni 2024
Gilt vor allem für Gebäude mit überwiegend öffentlicher Nutzung sowie Gewerbebauten. Auch bei vollständiger Erneuerung der Dachhaut kann die Pflicht greifen.
- Bremen: Solarpflicht bei Dachsanierungen seit 01.07.2024
Bei Dachsanierungen sind PV-Anlagen auf 50 % der Bruttodachfläche vorgesehen. Für Neubauten gilt die Pflicht ab 01.07.2025.
- Hamburg: Solarpflicht seit 01.01.2024
Gilt für Neubauten und bei Dachsanierungen. Ab 2027 gilt zusätzlich eine Solar-Gründach-Pflicht für Neu- und Bestandsgebäude.
- Hessen: Pflicht aktuell nur in Teilbereichen
Keine allgemeine Solarpflicht für Wohngebäude. Vorgaben bestehen u. a. für neue Parkplätze ab 50 Stellplätzen sowie für landeseigene Gebäude.
- Mecklenburg-Vorpommern: Keine Solarpflicht
Derzeit keine landesweite Pflicht für Neubau oder Dachsanierung.
- Niedersachsen: Solarpflicht bei Dachsanierung seit 2025
Bei Neubauten und grundlegenden Dachsanierungen müssen mindestens 50 % der Dachfläche mit Photovoltaik belegt werden.
- Nordrhein-Westfalen: Solarpflicht bei Dachsanierung seit 01.01.2026
Pflicht schrittweise: seit 2024 für neue Nichtwohngebäude, seit 2025 für neue Wohngebäude. Seit 01.01.2026 gilt sie auch bei Dachsanierungen für alle Gebäude auf geeigneten Dachflächen.
- Rheinland-Pfalz: Keine Pflicht für private Wohngebäude
Solarpflicht gilt vor allem für gewerbliche und öffentliche Gebäude. Private Neubauten müssen häufig PV-ready sein (Vorbereitung für spätere Nachrüstung).
- Saarland: Keine Solarpflicht
Derzeit keine landesweite Pflicht für Neubau oder Dachsanierung.
- Sachsen: Keine Solarpflicht
Derzeit keine landesweite Pflicht für Neubau oder Dachsanierung.
- Sachsen-Anhalt: Keine Solarpflicht
Derzeit keine landesweite Pflicht für Neubau oder Dachsanierung.
- Schleswig-Holstein: Solarpflicht in mehreren Bereichen
Gilt u. a. beim Neubau von Wohngebäuden, bei größeren Dachsanierungen von Nichtwohngebäuden sowie bei Parkplätzen ab 70 Stellplätzen (je nach Maßnahme).
- Thüringen: Keine Solarpflicht
Derzeit keine landesweite Pflicht für Neubau oder Dachsanierung.
Fazit: Solarpflicht nimmt zu – regionale Unterschiede beachten
Die Solarpflicht wird in vielen Bundesländern ausgebaut, besonders bei Dachsanierungen. Ob und wie stark du betroffen bist, hängt vom Bundesland und der konkreten Maßnahme ab. Wer saniert oder neu baut, sollte frühzeitig prüfen, welche Vorgaben gelten – und ob sich eine PV-Anlage wirtschaftlich lohnt.
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